Ian Harrison (Freiburg)

Ian Harrison aus Newcastle upon Tyne hatte seinen Northumbrian Dudelsack im Gepäck, als er England verließ, um an der Schola Cantorum Basiliensis Zink, Schalmei und historische Aufführungspraxis zu studieren. In der Kombination von traditionellen Techniken, barocker Virtuosität und einem enormen Wissen um mittelalterliche Quellen hat er einen neuen Stil entwickelt, „neue Maßstäbe gesetzt“, und wurde zu einem von Europas führenden Improvisatoren auf Schalmei, Dudelsack und Zink – den Blasinstrumenten aus Mittelalter und Renaissance. Die internationale Presse nannte ihn den „Miles David der Alten Musik“. Er ist der Leiter von Les haulz et les bas, def rwohl bedejutendsten alta capella seit dem Mittelalter. Seine originelle, improvisatorische und virtuose Musik brachte ihm Preise u.A. beim Alte Musik Festival in Brügge ein.

London Anno 1665: Improvisierter Tanzball

Im England des 17. Jahrhunderts erreichten die geselligen Country Dances ungeahnte Beliebtheit. Das Ensemble all‘improvviso mit special guest Ian Harrison(Zink) wird die Musik liefern zu improvisierten Tanzchoreographien, die die beiden Tanzmeister Mareike Greb und Bernd Niedecken mit den Teilnehmern des Tanzworkshops gemeinsam aufführen werden.

Samstag, 21. September – 19:30

historischer Speisesaal im Hauptbahnhof

Eintritt 15 € / ermäßig 10 €

Mechthild Karkow (Leipzig)

Mechthild Karkow, von 2013 bis 2019 Professorin für Barockvioline an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, entwickelte schon während ihres Violinstudiums an den Musikhochschulen Lübeck, Zürich, Hannover, Frankfurt und Basel eine intensive Konzertkarriere. 

Ihre Ausbildung erhielt Mechthild Karkow zunächst an den Musikhochschulen Lübeck und Winterthur/Zürich bei Nora Chastain sowie in Hannover bei Ulf Schneider, wo sie 2005 ihr künstlerisches Diplom Violine mit Auszeichnung erlangte. Seit 2002 beschäftigt sich Mechthild Karkow intensiv mit historischer Aufführungspraxis. Sie erhielt Unterricht u.a. bei John Holloway, Simon Standage und Anton Steck. 2006 entschied sie sich, Barockvioline zu einem Schwerpunkt zu machen. Es folgten Studien und Konzertexamen bei Petra Müllejans an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt sowie bei Chiara Banchini an der Schola Cantorum Basiliensis, wo sie im Juni 2010 ihren Master of Arts mit Auszeichnung abschloss und anschließend ein Masterstudium in Historischer Improvisation bei Rudolf Lutz und Emmanuel Le Divellec absolvierte. Sie ist Stipendiatin der Yehudi Menuhin Stiftung „LiveMusicNow“, Gewinnerin des Internationalen Wettbewerbes für Barockvioline „Bonporti 2007“ in Rovereto, Italien, und erhielt einen Sonderpreis beim „Internationalen Bach-Wettbewerb Leipzig 2010“. 

Mechthild Karkow konzertiert international als Solistin, Konzertmeisterin und Kammermusikerin in verschiedenen Ensembles, wirkt bei Rundfunk- und CD-Aufnahmen mit und tritt bei renommierten Festivals auf wie dem Festival Alte Musik Zürich, Schleswig Holstein Musikfestival, Festival Seviqc Brežice, Festival International Echternach, York Early Music Festival, den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen und Halle.  Sie arbeitet mit namhaften Musikern wie Christophe Coin, Andrea Marcon, Mark Minkowski und Nikolaus Harnoncourt zusammen und wirkt in Orchestern mit wie dem Orchestra of the Age of Enlightenment, Orchester der Oper Zürich, Kammerorchester Basel, La Cetra, European Brandenburg Ensemble, European Union Baroque Orchestra und dem Freiburger Barockorchester.

Zusätzlich unterrichtet Mechthild Karkow seit 2015 Barockvioline an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. 

Kopenhagen Anno 1634: Der Geigenwettstreit

Zur Hochzeit des dänischen Kronprinzen reiste der deutsche Geigenvirtuose Johann Schop in Begleitung von Heinrich Schütz, und traf am Rande der Feierlichkeiten dort mit dem französischen Geiger Jacques Foucart im musikalischen Wettstreit zusammen. Die Geiger Mechthild Karkow und Matthieu Camilleri sowie der Organist Jan Katzschke schlüpfen in die Rollen der drei historischen Musikerpersönlichkeiten und werden dieses Ereignis re-inszenieren.

Freitag, 20. September – 19:30

Alte Börse

Eintritt 15 € / ermäßig 10 €

Venezia Anno 1610: Abschlusskonzert

Der venezianische Organist Giovanni Gabrieli und der florentinische Sänger und Lautenist Giulio Caccini haben sich wahrscheinlich nie getroffen. Aber wie die beiden sich wohl musikalisch begegnen hätten können – das improvisieren Sietze de Vries an der Silbermannorgel und der sich selbst auf der Laute begleitende Sänger Sven Schwannberger. Liturgische und weltliche Musik werden sich dabei abwechseln.

Sonntag, 22. September – 17:00

Grassimuseum, Zimeliensaal

Eintritt 15 € / ermäßig 10 €

Michael Spiecker (Leipzig)

Michael Spiecker studierte Violine in München, Dresden und Birmingham und Barockvioline in Leipzig. Seit 2007 wirkte er in verschiedenen deutschen Orchestern wie den Nürnberger Symphonikern und den Sächsischen Landesbühnen. Er gründete das Barockensemble „Les Matelots“, das sich die Wiederbelebung der barocken Improvisationskultur zum Ziel gesetzt hat. 2014 erschien die erste CD dieses Ensembles mit Tänzen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Kammermusikalische Projekte führten den Geiger in viele Länder Europas und nach Israel. Als Musiker im Trio Zeitsprung verbindet er seine Vergangenheit als studierter protestantischer Theologe mit seinem heutigen künstlerischen Beruf. Er unterrichtet Violine an verschiedenen Musikschulen und gab Kurse für historische Improvisation für die Jugendmusiziergruppe „Michael Praetorius“ Leipzig und beim Leipziger Improvisationsfestival. Seit 2018 leitet er die Musikschule Schwabach.

Mareike Greb (Leipzig)

Die Tänzerin und Schauspielerin mit Schwerpunkt auf „Historischer Aufführungspraxis“ begann sich bereits mit 16 Jahren nach einer Ballettausbildung am Theater der historischen Tanzkunst zu widmen und lernte neben ihrer Mitgliedschaft im Ensemble Tourdion (Saarland) bei Lieven Baert, Véronique Daniels, Markus Lehner, Barbara Sparti, Kaj Sylegard u. A. Sie leitet mehrere Ensembles, wie die Erfurter Tanzgilde und die Torgauer Renaissancetänzer, ist selbst Mitglied des Ensemble Les Apricots und ist solo und in verschiedenen Besetzungen mit Kursen und Auftritten international unterwegs, u. a. ist sie Leiterin der Abteilung Musiktheater an der Musikschule Merzig und Dozentin beim Wittenberger Renaissancemusikfestival.

In ihrem Studium der Theaterwissenschaften, Musikwissenschaften und Komparatistik an der Universität Leipzig beschäftigte sie sich auch wissenschaftlich intensiv mit den Tänzen und dem Theater in Mittelalter, Renaissance und Frühbarock und veröffentlichte 2008 eine Arbeit zur Tanzanthropologie „Die Gaillarde und ihr Erbe“.

Bernd Niedecken (Freiburg)

Bernd Niedecken studierte klassischen und modernen Tanz in Freiburg und Straßburg. Er arbeitete als Tänzer am Freiburger Stadttheater und in verschiedenen freien Kompanien. Seit 1988 beschäftigt er sich mit historischem Tanz, seine wichtigsten Lehrer waren Andrea Francalanci und Béatrice Massin. 1993 gründete er zusammen mit seiner Frau, der Musikerin Antje Niedecken, das Erato Ensemble, das mit seinen Produktionen auf zahlreichen Barockfestivals gastierte. Bernd Niedecken arbeitet darüber hinaus mit Kompanien für historischen Tanz wie beispielsweise L´Eventail und Fêtes Galantes (Frankreich), Passo Continuo (Italien) und RenaiDance (Schweiz) zusammen. 

Sven Schwannberger (Graz/Berlin/Basel)

Sven Schwannberger zählt zu den weltweit sehr wenigen Spezialisten für selbstbegleiteten Sologesang des 16. und 17. Jahrhunderts. Seit vielen Jahren forscht er an den Quellen zu alter Gesangskunst und frühem Generalbass auf Lauten und Chitarroni. Er schätzt sich glücklich, diese beiden Fähigkeiten in der Praxis zusammenführen zu können: sein Repertoire umfasst das ganze Spektrum von Lautenlied, Barockoper, frühem Oratorium und insbesondere der italienischen Monodie.   Er erhielt seine Ausbildung in München, Kassel und an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel. Seinen Lehrern schuldet er großen Dank – zentral für sein Vorgehen und seine Entwicklung war ihm jedoch immer auch sein eigenes Studium der historischen Spiel- und Singetechniken (insbesondere des zierlichen, ausschließlich in der Kehle kontrollierten Singens), aber auch ganz allgemein der Kunst, Kultur und Poesie der Zeit. Sven Schwannbergers internationale Konzerttätigkeit und zunehmend intensive Lehr- und Forschungstätigkeit ergänzen und befruchten einander. Seine Promotion besteht aus einer Grundlagen-Arbeit über den Gebrauch von Stimme und Manier im 17. Jahrhundert und er lehrt Improvisation, Verzierung und historische Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basiliensis. 

Matthieu Camilleri (Paris)

Der Violinist Matthieu Camilleri, Jahrgang 1980, studierte in Aix-en-Provence, Basel (Chiara Banchini) und Paris (François Fernandez). Er spielt in Ensembles wie La Cetra, le Parlement de Musique (Martin Gester), le Concert Spirituel (Hervé Niquet), la Petite Bande (Sigiswald Kuijken) les Arts Florissants (William Christie) und le Concert d’Astrée (Emmanuelle Haim).

Beim Organisten Rudolf Lutz an der Schola Cantorum in Basel spezialisierte er sich auf Improvisation; mehrere Impro-Rezitale mit Nicola Cumer, Dirk Börner (Cembalo) oder Annabelle Blanc (Tanz) auf Festivals in Frankreich und der Schweiz zeugen davon (Festival des musiques improvisées, Lausanne, Festival de Lanvellec, Eglise Saint-Merry, Paris).

Er unterrichtet Improvisation in verschiedenen Kursen, u. A. beim Festival des musiques improvisées Lausanne, an der Schola Cantorum Basiliensis und an der Royal Academy of Music London.