Konzert: FREUNDSCHAFT

…um eine güldne Kette auf dem Clavier spielen?“

Die Begegnung zwischen Froberger und Weckmann in Dresden

Das Freitagskonzert stellt einen Bezug zu Mitteldeutschland her: Johann Mattheson berichtet uns in blumigen Worten von einem musikalischen Aufeinandertreffen am Dresdner Hof zwischen Matthias Weckmann und Johann Jacob Froberger. Was vom Fürsten herausfordernd als Wettstreit provoziert wurde, resultierte jedoch in einer herzlichen FREUNDSCHAFT der beiden Tastengenies. Emmanuel Le Divellec und Markus Schwenkreis von der Forschungsgruppe Basel für Improvisation schlüpfen in die beiden Rollen.

Emmanuel Le Divellec
(als Matthias Weckmann)
Markus Schwenkreis
(als Johann Jacob Froberger)
(Cembalo, Orgel)

Freitag, 24. September – 18:00 und 19:30 (ausverkauft)

Museum für Musikinstrumente,
Zimeliensaal

Johannispl. 5-11, 04103 Leipzig

Das Konzert wird zweimal aufgeführt, wegen der reduzierten Platzkapazität des Konzertsaals.

Eintritt 15 € / ermäßig 10 €

Ivo Haun de Oliveira

Ivo Haun wuchs in Brasilien auf. Dort erhielt er ab 2003 professionellen Musikunterricht auf der klassischen Gitarre, den er vier Jahre später mit einem Gesangsstudium fortsetzte. In Basel seit 2010, er schloss 2015 sein Masterstudium bei Gerd Türk an der Schola Cantorum Basiliensis ab und gewann weitere Inspirationen durch Unterricht bei Richard Levitt und Meisterkurse bei Maria Cristina Kiehr, Andreas Scholl, Alessandro de Marchi, Christoph Prégardien, Dominique Visse u.a. Seine Hauptinteressen als Künstler sind die virtuose Singkunst der Renaissance und des Frühbarock, Improvisationspraktiken, die Verbindung von Rhetorik und Musik und die Aufführung von Musik vom 14. bis zum 17. Jahrhundert aus Originalnotation. Ivo Haun spielt auch Renaissancelaute und ist sehr aktiv als Solo- und Ensemblesänger, u.a. mit La Cetra (Andrea Marcon), La Morra (Corina Marti und Michal Gondko), Basler Madrigalisten (Raphael Immoos), Musica Fiorita (Daniela Dolci) und Thélème (Jean-Christophe Groffe).

Ariane Jeßulat (Berlin)

Ariane Jeßulat, geb. 1968, Studium an der UdK Berlin, nach Lehraufträgen dort und der Mitarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin seit 2004 Professorin an der Hochschule für Musik Würzburg sowie seit 2014 Mitglied des Instituts für Musikforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Seit Sommer 2015 Professorin für Musiktheorie und seit August 2020 Erste Vizepräsidentin an der UdK Berlin. Promotion 1999 an der UdK Berlin Habilitation 2011 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Veröffentlichungen zu Fragen der Musiktheorie, zur Musik Richard Wagners und zur Musik nach 1950. Seit 1989 ständige Arbeit im von Dieter Schnebel gegründeten Ensemble für zeitgenössische und experimentelle Musik die maulwerker.

Josué Melendez

Josué Meléndez, (Zink) begann seine musikalischen Studien in Costa Rica am Conservatorio Castella. Von 1991-1996 studierte er an der Escuela Nacional de Música, Universität von Mexiko und gründete das erste Festival für Alte Musik Mexikos; Festival Santo Domingo de Música Antigua, wo er L’Orfeo von Claudio Monteverdi und viele andere Projekte dirigierte. 1997 zog Josué nach Den Haag wo er zwei Blockflöten-Diplome am Koninklijk Conservatorium abschloss, darunter eines mit Auszeichnung für Neue Musik. Von 2002 bis 2006 studierte er Zink an der Schola Cantorum Basiliensis bei Bruce Dickey. Seitdem arbeitet er als Zinkenist und Blockflötist weltweit in Konzerten und CD Aufnahmen mit führenden Ensembles der Alten Musik, wie Concerto Palatino, La Fenice, Les Cornets Noirs, Musica Fiata, Oltremontano, Nederlandse Bach Vereniging und mit renommierten Dirigenten wie Ton Koopman, Jordi Savall, Gabriel Garrido, Rinaldo Alessandrini, Claudio Cavina, Phillip Herreweghe, Paul van Nevel, Thomas Hengelbrock, Sigiswald Kuijken u.a. Josué Meléndez ist Spezialist für barocke Improvisation und unterrichtet an der Hochschule für Musik Trossingen und den Sommerakademien von Nepi und Urbino.

Andreas Böhlen (Basel)

Andreas Böhlen studierte Blockflöte bei Ulrike Petritzki, Günther Höller, Dorothee Oberlinger, Walter van Hauwe und Paul Leenhouts. Auch studierte er Jazz-Saxophon bei Jasper Blom, Ferdinand Povel, Dick Oatts und Domenic Landolf. Nach dem Studium der Musikwissenschaft in Bologna spezialisierte er sich an der Schola Cantorum Basiliensis auf historische Improvisation.
2003 gründete er mit Theatrum Affectuum eine erste Kammermusikgruppe im Bereich der Alten Musik, mit der er mehrere Alben veröffentlichte. In anderer Besetzung entstand die Satyr’s Band, die Kompositionen aus dem 16. und 17. Jahrhundert eigenen Werken gegenüber stellte, während er mit der Andreas Böhlen Band (Debütalbum 2012) und der Gruppe Crank im Jazzbereich aktiv ist. Im Duo mit Tobias Guttmann (Perkussion) interpretiert er Neue Musik.
Andreas Böhlen lehrt Hauptfach Blockflöte an der Kunstuniversität Graz und an der Zürcher Hochschule der Künste.

Sheng-Fang Chiu (Wien)

Die aus Taiwan stammende Blockflötistin Sheng-Fang Chiu ist sowohl als Kammermusikerin als auch als Solistin auf internationalen Konzertbühnen tätig. Zudem widmet sie sich mit großem Engagement ihrer Lehrtätigkeit. Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie bei Michael Posch sowie Anna Januj. Weitere wichtige musikalische Impulse bekam sie durch die Zusammenarbeit mit Walter van Hauwe.
Als Solistin konzertiert sie regelmäßig in Europa und Asien und wurde eingeladen, das Tartini Festival in Piran sowie das Bach Festival in Prag zu eröffnen. Außerdem wirkt sie in verschiedenen Kammermusikensembles und Orchestern mit und trat bei Festivals wie u.a. den Salzburger Festspielen, dem Istanbul Music Festival auf und konzertierte in Konzertsälen wie dem Wiener Konzerthaus, dem Musikverein Wien, dem Gewandhaus Leipzig oder dem Cuvilliés-Theater München.
Sie leitete Meisterkurse in Österreich, Deutschland, Taiwan, Südkorea, Tschechien, Iran oder Polen an Universitäten wie der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität oder dem Prague Conservatoire.
Seit 2014 unterrichtet sie als Dozentin für Blockflöte und Kammermusik an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, seit 2017 als Dozentin für Blockflöte an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig.

Eröffnungskonzert: WURZELN

Familie Bassano: Blockflötenconsort auf der Flucht

Das Eröffnungskonzert ist eine Hommage an die Bassanos, eine im 16. und 17. Jahrhundert weitverzweigte Musikerfamilie. Zunächst im Dienste des Dogen von Venedig, mussten sie aufgrund ihrer vermutlich jüdischen Herkunft aus der Serenissima fliehen, konnten aber am englischen Königshof als berühmtestes professionelles Blockflötenconsort ihrer Zeit neue WURZELN schlagen. (Ein in der heutigen Flüchtlingsthematik also durchaus aktuelles Thema!) Ein reines Blockflötenkonzert hat es bei EX TEMPORE noch nie gegeben.

Sheng-Fang Chiu
Jostein Gundersen
Martin Erhardt
Andreas Böhlen
(Blockflöten)

Donnerstag, 23. September – 20:00

Reformierte Kirche

Tröndlinring 7, 04105 Leipzig

Eintritt 15 € / ermäßig 10 €

Adrien Pièce (Lausanne)

Adrien Pièce wurde 1988 in der Schweiz geboren. Er studierte an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel im Fach Historische Tasteninstrumente (Orgel/Cembalo) und absolvierte mit Auszeichnung in den Klassen von Andrea Marcon, Rudolf Lutz (Improvisation), Lorenzo Ghielmi und Jörg-Andreas Bötticher.
Er ist Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe: Paul Hofhaimer Wettbewerb Innsbruck, Concorso internazionale di Clavicembalo, Pesaro (1. Preis).
Er konzertiert in verschiedenen Länder Europas als Solist und mit Alte Musik Ensembles. 2016 führte er die Goldberg Variationen von Johann Sebastian Bach im Wiener Konzerthaus, Wien, im Rahmen des alte Musik Festivals Resonanzen auf. Seine vielfältigen musikalischen Interessen umfassen unterschiedliche Repertoires auf allen Tasteninstrumenten, italienische Musik des Frühbarock und Improvisationspraxis in verschiedenen Stilen.

AlteMusik-JamSession – Freitag

Freitag, 24. September
ab 21:00

Ort noch offen

Eintritt frei

Forum für alle spontanen Musiker

Sessionmaster: Jostein Gundersen